Neumarkt

I
Neumarkt,
 
Name von geographischen Objekten:
 
 1) Neumarkt, polnisch Środa Śląska ['ɕrɔda 'ɕlɔ̃ska], Stadt in der Woiwodschaft Niederschlesien (bis 1998 in der aufgelösten Woiwodschaft Wrocław [Breslau]), Polen, etwa 8 100 Einwohner; Schuhmuseum; Holz-, Textil-, Leder-, Nahrungsmittelindustrie.
 
 
Stadtmauern (14. Jahrhundert) zum Teil erhalten. Die Pfarrkirche Sankt Andreas, ursprünglich spätromanische Basilika, wurde später verändert (Glockenturm Mitte 14. Jahrhundert, Fassade 1828); Franziskanerkirche (14./15. Jahrhundert). Das spätgotische Rathaus (15. Jahrhundert) wurde 1552 im Renaissancestil umgebaut (heute Regionalmuseum), davor Rolandsfigur.
 
 
Das Anfang des 13. Jahrhunderts als Marktsiedlung nach deutschem Recht gegründete Neumarkt erhielt vor 1223 Stadtrecht. Neumarkt kam 1945 unter polnische Verwaltung, die Zugehörigkeit zu Polen wurde durch den Deutsch-Polnischen Grenzvertrag vom 14. 11. 1990 anerkannt.
 
 
 2) Neumarkt, polnisch Nowy Tạrg ['nɔvi-], Stadtkreis und Kreisstadt in der Woiwodschaft Kleinpolen (bis 1998 Stadt in der aufgelösten Woiwodschaft Nowy Sącz [Neusandez]), Polen, 592 m über dem Meeresspiegel, am Zusammenfluss von Schwarzem und Weißem Dunajec, 33 800 Einwohner; Hauptort der Landschaft Podhale; Podhalemuseum; Schuhindustrie, Kürschnergewerbe (Schafspelze), Lebensmittel-, Holz-, baukeramische Industrie; Fremdenverkehr.
 
 
Gotische Katharinen- (1346, Umbau 1606 und 1765; Glockenturm von 1701), hölzerne Friedhofskirche (15. Jahrhundert).
 
 
Neumarkt wurde zwischen 1287 und 1326 unter dem Namen Langes Feld (polnisch Długie Pole) von Zisterziensern gegründet und erhielt 1336 Stadtrecht.
 
 3) Neumarkt, rumänisch Târgu Mureş ['tirgu 'mureʃ], ungarisch Marosvásárhely ['mɔroʃvaːʃarhɛj], Hauptstadt des Kreises Mureş, Rumänien, an der Maros in Siebenbürgen, 164 900 Einwohner; Universität (1990 gegründet), medizinisch-pharmazeutische Hochschule, Theaterhochschule, Museen, Teleki-Bibliothek, Theater mit rumänischer und ungarischer Abteilung; Maschinenbau, Metallwaren-, chemische (Düngemittel), Möbel-, Textil- und Bekleidungs-, Leder-, Nahrungsmittelindustrie; Verkehrsknotenpunkt, Flughafen.
 
 
Festung (15.-17. Jahrhundert), reformierte Kirche (15. Jahrhundert; Umbau 17.-18. Jahrhundert), römisch-katholische Kirche (1728-50).
 
 
1332 erste urkundliche Erwähnung, im 15./16. Jahrhundert Entwicklung zu einem Kultur- und Wirtschaftszentrum Siebenbürgens, dessen oberster Gerichtssitz die Stadt 1757-1848 war.
 
 4) Neumarkt, italienisch Egna ['eɲɲa], Gemeinde in der Provinz Bozen, Südtirol, Italien, 217 m über dem Meeresspiegel, links der Etsch, 4 100 Einwohner; Hauptort des Bozener Unterlands.
 
 
Häuserzeilen entlang der alten Brennerstraße (Brenner-Verona) mit fortlaufenden Laubengängen; Pfarrkirche Sankt Nikolaus (15. Jahrhundert). Im Ortsteil Vill die Kirche Unserer Lieben Frau in der Vill (Chor, 1412; Langhaus, 1460/61), im Innern dreigeschossiges Sakramentshäuschen, Fresken. - In Pinzon (italienisch Pinzano) oberhalb von Neumarkt Stephanskirche mit spätgotischem Flügelaltar (um 1500).
 
 5) Neumarkt i. d. Oberpfalz, Große Kreisstadt in der Oberpfalz, Bayern, 425 m über dem Meeresspiegel in einer Talsenke vor dem Stufenrand der Fränkischen Alb, 38 900 Einwohner; Stadtmuseum; Kunststoffverarbeitung, Holz-, Bau-, elektrotechnische Industrie.
 
 
In der Mitte des Straßenmarktes mit Giebelhäusern frei stehend das Rathaus (15./16. Jahrhundert), seitlich die katholische Pfarrkirche Sankt Johann Baptist, eine Hallenkirche des 15. Jahrhunderts, mit romanischem Taufstein (um 1200); Pfalzgräfliches Renaissanceschloss (1539, stark verändert, heute Amtsgericht) und daneben die ehemalige Hofkirche Mariä Himmelfahrt (Chor und Westteile 15. Jahrhundert, Langhaus Anfang 18. Jahrhundert).
 
 
Neumarkt, erstmals 1235 als Stadt bezeugt, lag in einem mit Reichsgut durchsetzten Gebiet, mit dem es 1269 als staufisches Erbe an den Herzog von Bayern, 1329 an die pfälzischen Wittelsbacher und 1628 an Kurbayern kam.
 
 6) Neumarkt in der Oberpfalz, Landkreis im Regierungsbezirk Oberpfalz, Bayern, 1 344 km2, 125 300 Einwohner Der Kreis liegt in der mittleren Fränkischen Alb (Oberpfälzer Alb) und ihrem unterhalb des Steilabfalls gelegenen westlichen Vorland. Er ist stark von der Landwirtschaft geprägt. Auf dem Waldreichtum (v. a. Kiefern auf der Alb, Fichten in den Tälern) fußt die Holzindustrie. Durch den Süd des Kreisgebietes führt die Trasse des Rhein-Main-Donau-Großschifffahrtsweges. Stadtrecht haben außer der Kreisstadt auch Berching, Freystadt, Parsberg, Velberg und Dietfurt aus der Altmühl.
 
 7) Neumarkt-Sankt Veit, Stadt im Landkreis Mühldorf am Inn, Oberbayern, Marktzentrum des im Tertiärhügelland gelegenen Rottgaues, 6 100 Einwohner; Herstellung von Gartenmöbeln sowie Blas- und Streichinstrumenten.
 
 
Die ehemalige Klosterkirche ist ein spätgotischer Bau (1380-1500) mit Kunstschätzen aus niederbayrischen und Salzburger Schulen. Die Klostergebäude wurden nach 1639 erbaut.
 
 
Neumarkt entstand 1269 als Neumarkh anstelle eines Marktes in Elsenbach. Auf dem Sankt Vitusberg bestand 1171-1802 ein Benediktinerkloster.
 
II
Neumarkt,
 
Johannes von, Frühhumanist, Johannes, J. von Neumarkt.
 

Universal-Lexikon. 2012.

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